Atelier

 

 

ONLY  LIGHT

Helene B.Grossmann


Ich möchte Ihnen  etwas über meine Arbeitsweise und Ziele vermitteln.
Mein Ziel ist, Bilder voller pulsierenden Lebens im Detail und Ruhe im Ganzen zu schaffen.
Der Betrachter soll nicht festgezurrt auf etwas hingewiesen werden, sondern freien Geistes sich den natürlichen Prozessen seiner Betrachtungsweise öffnen können.
So haben meine Arbeiten  etwas mit dem Wesen des Malens zu tun, dem Licht und der Farbe.
Seit meinem Studium versuche ich das Licht maltechnisch zu materialisieren.Ich habe mich lange mit der Lichtbrechung der Farben und damit mit Veränderlichkeit  im Bild beschäftigt.
Meist ist es so, dass man auf den ersten Blick weniger sieht und sich die Farbigkeit der Bilder erst später entfaltet.
Diese Veränderlichkeit ist auch den Tageszeiten und Lichtverhältnissen unterworfen.
Man entdeckt immer wieder etwas anderes bei wechselnder Stimmung.
Es ist eine Gratwanderung zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Für alles Gegenständliche gibt es eine Vorlage. Für die Abstraktion gibt es keine Vorlage. Es ist die Wirklichkeit selbst.
Ich versuche, elementare menschliche Gefühle auszudrücken, indem ich den Raum zwischen Betrachter und Bild zu aktivieren suche. Mit Hilfe des Lichts erleben die Betrachter einen Tiefenraum, der jenseits der realen Räumlichkeit liegt.
Das Konzept der meisten Bilder entsteht so komplex, dass ich es selbst schwer in Worte fassen  kann.
Grundlage für jedes Bild ist mein Skizzenbuch. Einen Teil können Sie unter Grafik sehen.Ich habe dieses Skizzenbuch „ Kalendertage“ genannt.
Es sind sehr abstrakte Vorarbeiten und das Festschreiben von Erlebnissen.
Diese Art von Skizzenbuch habe ich 1993 begonnen.
Die Vorgehensweise besteht darin in farbigen Flecken und breit hingeworfenen Strichen, die charakteristische Anlage im Bild zu suchen, und das Weitere einer Überarbeitung in einem größeren Format zu unterwerfen.
Meine Technik bedingt  einen langsamen koloristischen Malvorgang, das Auftragen von Schicht um Schicht, um die Farben auf der Leinwand steuern zu können.
Matisse nannte es „Navigation“.
Dieser tastende Suchweg zieht mich an. Dieser klassische Malweg birgt viele Gefahren und Schwierigkeiten, aber er konfrontiert mich immer mit unbekannten Ereignissen und mit überraschenden Wendungen.
Im ungewissen Spannungsfeld versuche ich die Mitte des Farbkosmos zu finden.
Dieser Prozess, den malerischen Grundnerv zu finden, hat etwas Reinigendes.
Auf dieser Suche wirft man Moden und sinnlose Spleens weg.
Mein Weg ist, etwas mit den Mitteln der Malerei ins Bild zu setzen, um dem Motiv eine Tiefe, ein Vorher und Nachher zu geben. Einen neuen Ein - und Ausblick zu schaffen und kraftgebende Stille zu erzeugen.